Beitrag von Lu Shumin 陆澍敏 für das Wochenmagazin Xinmin Zhoukan, Nr.4, Februar 2012.
Übersetzung:
Holländische oder Amerikanische Auktion?
Das Preisfindungsverfahren für Aktienemissionen wird wieder mal reformiert. Um die im derzeitigen Emissionsverfahren bestehenden Missstände wie das “dreifache Hoch” (hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis, hohe Aktienkurse, hohe Kapitalakquise), die “Gefälligkeitsaktien” und die “Beziehungsaktien” auszumerzen, schlug der Vorsitzende der China Securities Regulatory Commission, Guo Shuqing, am 10. Januar vor, den Preisbildungsmechanismus bei Aktienemissionen zu verbessern und das Verfahren der Fremdemission zu reformieren. Hinsichtlich des Preisfindungsverfahrens gibt es die Holländische Auktion und die Amerikanische Auktion. Bei ersterer erhält der Meistbietende, bei letzterer der Niedrigstbietende den Zuschlag. Die Amerikanische Auktion impliziert, dass der Zeichner für ein überhöhtes Angebot mit echtem Geld zur Kasse gebeten wird, wobei die Holländische Auktion Hintertüren für “Gefälligkeitsaktien” und “Beziehungsaktien” bereitstellt.
Früher war es die Funktion der Börse, zur Beendigung der Krise der Staatsunternehmen und zu ihrer Umstrukturierung beizutragen, und die Führung fürchtete, dass bei einer allzu niedrigen Festsetzung der Kurse Staatskapital verramscht würde. Heute ist die Umstrukturierung der Staatsunternehmen im Wesentlichen abgeschlossen. Für die kleinen und mittleren Anleger, die einen hohen Preis bezahlen mussten, ist statt einer Fortsetzung des Holländischen Verfahrens, das die Interessengruppen reich macht und den Aktien- und Fonds-Anlegern an den Kragen geht, das Preisfindungsverfahren der Amerikanischen Auktion vorzuziehen. Dann wird man einmal sehen, wer bereit ist, für hohe Kurs-Gewinn-Verhältnisse, hohe Aktienkurse und hohe Kapitalakquisen Geld auf den Tisch zu legen.